Tolle Sache für die Gemeinde

Großrinderfeld. Seit etwa 14 Tagen wird auf dem ehemaligen Sportplatz eifrig gebaut. Schon von Weitem kündet ein Kran vom Vorhaben. Auf einem 3500 Quadratmeter großem Areal soll in der Frankenstraße ein Pflegeheim entstehen. Der restliche Teil des ehemaligen Sportplatzes wird für private Bebauung frei gegeben.

Zwei Stunden zuvor hatten die Investorengruppe, die Betreiber, die Baufirma, Bürgermeisterin und Gemeindevertreter mit dem offiziellen ersten Spatenstich den Baubeginn eingeläutet.

„Solch eine Infrastruktureinrichtung ist wichtig für die Gemeinde. Ortsnah, ebenerdig, klein – dieses Pflegeheim passt zu unserer Gemeinde“, so Bürgermeister Anette Schmidt. Dass die pflegebedürftigen Bürger in ihrer Heimatgemeinde bleiben, wertete sie ebenfalls als „eine tolle Sache“.

Bis Mai 2017 werden hier 29 vollstationäre Pflegeplätze entstanden sein. Das versprach Michael Ranft von der Firma Ranft Projekte GmbH aus Bad Mergentheim. Gemeinsam mit der Architektin Andrea Ranft stellte er das Bauvorhaben und die Art der Finanzierung vor.

So wird die Ranft-Gruppe den Bau vorfinanzieren. Die Appartments werden dann als Kapitalanlage oder zukünftiges Eigentum verkauft. Die Kosten liegen je nach Größe des Appartments zwischen 133 000 und 260 000 Euro. Laut Michael Ranft ist die Hälfte bereits veräußert.

Die Appartments sind alle rollstuhlgerecht, das Wohn- Schlafzimmer ab 14 Quadratmeter. Zu jedem Appartment gehört ein Flur und ein Bad. Die Zimmeranordnungen bilden zwei Wohngruppen, deren Mittelpunkt die Gemeinschaftsküche mit angrenzenden Aufenthaltsräumen ist. Neben technischen Räumen gehört ein extra Pflegebad und die Umkleiden für das Personal dazu. Über bodentiefe Schiebetüren kann man den teilweise überdachten, beschützten Garten erreichen. Hier werden Bepflanzung, Bänke und ein Rundweg zum Verweilen einladen.

Mieter wird die Pflege mobil Seidel & Praxl GmbH aus Külsheim sein. Ulrike Praxl und Martin Seidel stellten das Pflege-Konzept vor, das sich durch einen äußerst familiären Charakter auszeichnet. „Uns war es wichtig, kleine Pflegeeinheiten zu haben. Nur dadurch entsteht eine familienähnliche Gemeinschaft“, so Praxl. Zwölf qualifizierte Pflegekräfte werden sich um das Wohl der Bewohner kümmern. Damit diese sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren können, wird es zusätzlich Küchen- und Reinigungskräfte geben. Ausschlafen, beim Kochen mithelfen oder ein Bad mit Fußmassage – für die mobile Pflege GmbH sind das normale Bedingungen, die ein Leben im Pflegeheim angenehm machen. „Wir möchten, dass die Menschen noch genau das machen, was sie noch können. Wir sind nur der Begleiter, und der Bewohner sagt, wo es lang geht“, erklärte Praxl das Grundprinzip. Trotzdem hofft sie auf die Integration des Heims in das Ortsgeschehen und darauf, dass die Pflegeeinrichtung zu einem beliebten Treff wird.

Eine genaue Kalkulation für die Tagessätze liegt noch nicht im Detail vor. Martin Seidel erläuterte die Kostenaufschlüsselung anhand des Pflegeheims in Werbach. Hier liegt der Tagessatz in der Pflegestufe 1 bei 80 Euro. Das würde eine Gesamtsumme von 2.374 Euro bedeuten, wovon die Kassen einen Anteil von 1064 Euro übernehmen. Ob eine Tagespflege genehmigt wird, steht noch nicht fest. Wer ein Appartment kauft, hat Vorbelegungsrecht, wenn ein Platz frei wird .

Alle fragen der Zuhörer wurden ausführlich beantwortet. „Ich wollte einfach mal gucken, was der Betreiber für einen Eindruck macht. Über kurz oder lang müssen wir uns nämlich mit dem Thema beschäftigen“, sagte eine junge Frau, die sehr zufrieden mit den gegebenen Informationen war. Ein paar ältere Damen hingegen interessierten sich vor allem für die Kosten, die auf die Bewohner zukommen.

© Fränkische Nachrichten – 13.04.2016

About the author: Martin Seidel

Wirtschaftsinformatiker (B.I.S.M) | Heimleitung | Geschäftsführung

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